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Am 5. Mai trafen sich zwanzig Jugendliche zum Auftakt des Jungen Zukunftszentrums, um gemeinsam die Weichen für das Programm zu stellen.

Nicht warten, machen! Jugend gestaltet das Zukunftszentrum

Nach einer kurzen Kennenlernrunde mit einem lustigen Warm-up suchten sich die jungen Besucher*innen der Veranstaltung ein Plätzchen im LeoLab der Franckeschen Stiftungen. Erster Programmpunkt des Jungen Zukunftszentrums war die Vorstellung des „Mutterschiffs“. Andrea Wieloch, Leiterin der Abteilung Ausstellung, Dialog und Kultur, präsentierte das geplante kulturelle Programm des Zukunftszentrums für Deutsche Einheit und Europäische Transformation. So richtig spannend wurde es für die Teilnehmenden natürlich erst recht, als sie in Kleingruppen unterschiedliche Themen selbst beackern durften.

Escape Game

Mit Unterstützung von Jonas Klinkenberg, Freelance Künstler mit einem Faible für ausgefallene Projekte, und der freischaffenden Kuratorin Clarissa Lütz machte sich eine Gruppe am Escape Game zu schaffen. Ein interessantes Format, was noch in diesem Jahr vielen, insbesondere jungen Menschen, die Erfahrung der Nachwendezeit näherbringen wird. Diskutiert wurden vor allem die Elemente aus Biografien verschiedener Zeitzeug*innen, die in die Aufgaben mit einfließen sollen. Auch am genauen Ablauf vom Spiel wurde noch gewerkelt. Schon zum Ende der Auftaktveranstaltung wurde die gemeinsame Weiterarbeit vereinbart.

Markt für Nützliches Wissen und Nicht-Wissen

Am 17. Oktober findet im neuen theater in Halle (Saale) die erste öffentliche Großveranstaltung des Zukunftszentrums statt. Beim sogenannten Markt für Nützliches Wissen und Nicht-Wissen können Gäste sich entweder ein Gespräch mit Fach- oder Erfahrungsexpert*innen buchen oder aus dem Publikum heraus bei ausgewählten Gesprächen mithören. Im kleinen Team wurde überlegt, welche Rolle das Junge Zukunftszentrum bei der Veranstaltung spielen könnte.

Hip-Hop: Kultur durch die Jahrzehnte

Das Projekt Ostbronx des NEWKID e.V. öffnete mit der kulturellen Vielfalt der Hip-Hop-Szene in Ostdeutschland völlig neue Perspektiven. Projektleiter Andreas Parnt und Vorstandsmitglied Joerg Schnurre schlugen eine Brücke zwischen Jugendkulturen und Staatsformen. Wenn eine Regierung den Ausdruck der eigenen Identität über Kleidung, Musik und Freizeitgestaltung begrenzt oder sogar verbietet, entstehen Spannungsfelder. Das Thema „Anpassung versus Freiheit“ wurde sofort auch vom Nachbartisch, der sich Gedanken über Social-Media-Content machte, auf dem Flipchart notiert. 

Social Media

Nach der Masterclass mit dem Dunklen Parabelritter, im Alltag mit dem Namen Alexander Prinz unterwegs, stand das Thema Social Media schon fest auf dem Programm. Geplant ist eine vielfältige, junge und internationale Social-Media-Redaktion, die weitgehend selbstständig eigenen Content produzieren wird. Zur Auftaktveranstaltung wurde ausführlich abgewogen, welche Kanäle und Plattformen sich anbieten könnten und welche Themen Jugendliche in europäischen Ländern beschäftigt. Die Vorbereitung auf diese Arbeit erfolgt in den kommenden Monaten in einer Workshopreihe mit dem Projekt tumult Digital des congrav new sports e.V.

Aus der Abschlussrunde mit Platz für eigene Vorhaben und Einfälle entwickelte sich ein lebendiges Gespräch. So wurden die ersten übergreifenden Themen, wie etwa die Transformation von Genderrollen genannt. Auch hatten sie eine klare Vorstellung von der Wirkung ihres Engagements: Die Politik sollte das Junge Zukunftszentrum wahrnehmen und berücksichtigen. Über die Form der Arbeit gab es ebenso Überlegungen. Wichtig für die Gruppe sind z.B. ihre Selbstorganisation und die Zusammenarbeit mit Kooperationspartner*innen wie Radio Corax. Für den am Riebeckplatz geplanten Neubau wurden ein Safer Space, eine Bibliothek und die ersten Optimierungen für die Roof Top Bar angeregt.

Die wichtigste Ansage der jungen Menschen ist auch die des Zukunftszentrums: Wir warten nicht auf die Fertigstellung des Hauses, sondern legen mit dem Programm sofort los!

 

Am 17. Juni trifft sich das Junge Zukunftszentrum, um die Pläne weiterzuentwickeln und erste konkrete Schritte zu gehen. Fragen und Anmeldungen nimmt unsere Referentin Teilhabe und Vermittlung, Cornelia Reichel, gern per Mail entgegen. 

© Zukunftszentrum | Anna Kolata

www.annakolata.de/