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Gemeinsam mit dem Dunklen Parabelritter besiegte ein Dutzend Jugendlicher die „Hydrafragen“ rund um Hochkantcontent, Selbstdarstellung und Themensetzung in Social Media.

Eine Masterclass Social Media für das Junge Zukunftszentrum

Seitdem die Stadt Halle (Saale) den Standortwettbewerb für das Zukunftszentrum für Deutsche Einheit und Europäische Transformation für sich entscheiden konnte, gab es unterschiedliche Formate, bei denen junge Menschen ihre Sichtweisen, Ideen und Erwartungen an das Zukunftszentrum platzierten. Ein Thema, was ihnen besonders am Herzen liegt: Social Media. 

Und wer kennt sich mit dem Thema besser aus als Alexander Prinz, im Netz besser bekannt unter dem Namen „Dunkler Parabelritter“? Cornelia Reichel und Lotte Caudri vom Zukunftszentrum luden den Ostfluencer in seine Geburtsstadt ein, um den Jugendlichen einen einmaligen Einblick in professionelle Social-Media-Arbeit zu verschaffen.

Kein Wort zu viel versprochen: Nachdem Prinz seinen steilen Werdegang auf der Videoplattform YouTube zusammengefasst hatte – angefangen mit hobbymäßigen Reviews, Reportagen und Interviews für die Metal-Szene zu einem kulturell politischen Kanal mit Millionenreichweite – zog er sein Handy aus der Tasche und ließ die Gruppe an der Live-Auswertung seines Videos über Jeffrey Epstein teilhaben. 

Hochkantcontent und KÜK-Prinzip

Auch wenn die Social-Media-Redaktion des Jungen Zukunftszentrums noch voll in der Konzeptphase steckt, erhielten die Jugendlichen eine zweistündige Masterclass vom Profi. Das Herz der Redaktionsarbeit unterscheidet sich kaum von klassischer Pressearbeit. An erster Stelle stehen die Themenfindung und sogenannten Aufhänger: Was passiert gerade und warum würde es die Zuschauenden interessieren? So lege Prinz‘ Redaktionsteam nach dem KÜK-Prinzip (Kontakt, Überraschung, Konflikt) fest, welche Videos für seinen Kanal produziert werden.

Er hänge an den journalistischen Werten, wie der fundierten Recherche und der ausgewogenen Ausarbeitung gesellschaftlicher Themen. Natürlich spiele Selbstdarstellung eine Rolle, aber Alexander Prinz betrachtet sich mit seiner persönlichen Zuordnung der Nachrichten vor allem als Dienstleister für sein Publikum. 

Mit Themensetzung und Recherche ist die Arbeit aber noch nicht erledigt. Social Media setzt sowohl in der Produktion als auch nach der Veröffentlichung von Inhalten eine Vielzahl von Fähigkeiten voraus. Content orientiere sich in erster Linie am Format (kurze Hochkantvideos oder längere Sequenzen im Querformat) und nicht an der jeweiligen Plattform, erklärte Prinz. Zudem koste die Produktion mehr Zeit, als sich vermuten lasse – alleine schon die kurzen Texte von Shorts und Reels seien sehr zeitaufwändig.

Welche Plattform denn vom Jungen Zukunftszentrum bespielt werden soll, war, wie es ein Teilnehmer treffend nannte, eine wahre Hydrafrage. Hat man dem mythologischen Wasserdrachen einen seiner Köpfe abgeschlagen, wuchsen direkt zwei neue nach, so wie im Gespräch gefühlt jede Antwort gefühlt zwei neue Fragen aufwarf.

„Wenn man Menschen den Raum lässt, sich zu äußern, dann tun sie das auch“

Eine Besonderheit an Social Media ist die Dynamik der Plattformen. Viele Zuschauerinnen und Zuschauer konsumieren nicht nur, sondern reagieren und interagieren. Die Mehrheit der Kommentare unter seinen Videos und Posts seien positiv, oder trügen zumindest zum konstruktiven Diskurs bei. Beleidigende oder gar bedrohende Kommentare müssen so schnell wie möglich gelöscht werden; in der Fachsprache ist das Teil des Community Managements. Gemeinsam mit Prinz überlegten die angehenden Redakteurinnen und Redakteure des Jungen Zukunftszentrums, wie man über Reactions und andere Interaktionen zu einem echten, internationalen europäischen Diskurs kommen könnte.

Auch wenn die Möglichkeiten innerhalb der Themen „Einheit“ und „Transformation“ so vielfältig sind, dass sie einen fast überfordern könnten, erkannte einer der Teilnehmenden dort das Potenzial und merkte an: „Vielleicht ist es gerade die Idee, dass aus der Schwammigkeit was Schönes entsteht.“

Kooperation mit tumult Digital

Dass Social-Media-Inhalte nicht so spontan entstehen, wie sie auf Instagram & Co erscheinen, wurde allen schnell bewusst. Dies konnte aber der Begeisterung für das anstehende Projekt nichts anhaben. Die junge Social-Media-Redaktion stellt sich der Herausforderung nicht alleine. Sie wird in den kommenden Monaten durch das Projekt tumult Digital vom congrav new sports e. V. mit einer Reihe von Workshops unterstützt, um die wichtigsten Skills in der Redaktion, Produktion und im Community Management zu erlernen. 

Am Dienstag, dem 5. Mai 2026, findet die Auftaktveranstaltung des Jungen Zukunftszentrums statt. Neben Social Media geht es hier auch um andere Vorhaben wie z.B. ein Escape Game - und vor allem darum, gemeinsame Ideen mit jungen Menschen im Alter von 14 bis 27 Jahren für das Junge Zukunftszentrum zu entwickeln! Interessierte können sich mit Fragen oder Anmeldungen gern an Conny Reichel, Referentin Teilhabe und Vermittlung, wenden:

MAIL


 

Zu Alexander Prinz

Alexander Prinz, 1994 geboren in Halle (Saale) ist der Content Creator hinter dem YouTube-Kanal „Der Dunkle Parabelritter“. Mit über 1.000 Videos und knapp 700.000 Abonnentinnen und Abonnenten gehört er zu den größten Influencern aus Ostdeutschland, der die strukturellen Herausforderungen der Region regelmäßig thematisiert. Er schrieb das Buch „Oststolz. Appell eines Nachwendekinds“ und belebt den ländlichen Raum mit seinem jährlichen Festival Sternenklang. Seine Produktionsfirma Hallewood hat achtzehn Angestellte. Seit kurzem erreicht er seine Fans auch über den Newsletter Parabelpost.